Paartherapie


Verbindung und Kommunikation

Es gibt unterschiedliche Sichtweisen, warum Paare streiten oder sich distanzieren und wie die Situation verbessert werden kann.

 

Ich fühle mich dem Blick auf Paare nahe, den Sue Johnson, eine der Begründerinnen der EFT (Emotionsfokussierten Paartherapie), beschreibt:

 

Ob Paare harmonieren, flexibel aufeinander und auf neue Situationen reagieren oder sich in kräftezehrenden Kämpfen befinden hängt davon ab, ob sich die Partner in einer sichern Bindung zueinander befinden.

 

Bei der Paartherapie geht es darum, genau diese sichere Verbindung zu fördern. Fokus liegt hierbei darauf, die Art der Interaktion zwischen den Partnern zu verändern und dadurch neue Gefühle erlebbar zu machen.

Meine Ressourcen

In der Begleitung von Paaren stütze ich mich auf unterschiedliche Ressourcen:

  • Haltung der Personzentrierten Psychotherapie: Bedingungslose Annahme des Paares, Empathie für das Paar, Authentizität beim Therapeuten,
  • Elemente aus der EFT Paartherapie,
  • Ansätze aus der Imago Therapie,
  • Gewaltfreie Kommunikation nach Marschall B. Rosenberg,
  • Sowie persönliche Erfahrungen aus der therapeutischen Praxis und aus eigenen Beziehungen.

Mein Blick auf Beziehungen

Hier sind einige Aussagen, die ich meiner Erfahrung nach für richtig halte:

 

  • In der Phase der romantischen Liebe zeigen wir uns, auch unbewusst, von unserer besten Seite und haben selbst kaum Bedürfnisse. Diese Phase, in der alles wie von selbst läuft, kommt zu einem Ende. Danach ist eine Verbundenheit, ähnlich wie am Anfang der Beziehung möglich, jedoch kommt diese bei den meisten Paaren nicht automatisch.
  • Nach der Phase der romantischen Liebe kommt meist die Phase, in der Dinge anfangen zu stören und die Menschen Forderungen an den Partner / die Partnerin stellen. Jetzt beginnt ein neuer Beziehungstanz: es zeigen sich die Muster, wie wir in schwierigen, belastenden Situationen mit unseren engsten Beziehungspersonen umgehen. Sind wir uns selbst unserer tiefsten Gefühle und Bedürfnisse bewusst und können diese mitteilen? Schaffen wir es, uns so auszudrücken, dass der Partner / die Partnerin es hören kann?
  • Oft kommen dann Verhaltensweisen zum Vorschein, die wir vielleicht gar nicht an uns mögen: Wir greifen an, wir beschuldigen, wir ziehen uns zurück, etc. Das löst beim Partner / der Partnerin wiederum etwas aus: unangenehme Gefühle steigen auf, es wird reagiert. Oft sind diese Abläufe gleich und wiederholen sich in ähnlicher Art und Weise immer wieder.
  • Hier setzt die Paartherapie an: Es gilt diese Muster mit Unterstützung des Therapeuten / der Therapeutin zu verstehen, zu durchbrechen und durch andere Verhaltensweisen zu ersetzen. Bei diesen Mustern gibt es in der Regel keine/n Schuldige/n, da jeder sozusagen „Täter“ und „Opfer“ in einer Person ist.
  • Das Ziel der Paartherapie ist eine enge Verbundenheit zwischen den Partnern. Trotz dieser Verbundenheit kann das Bedürfnis nach Autonomie und Freiheit erfüllt sein. Aus einer sicheren, erfüllenden Beziehung heraus kommt eine große Leichtigkeit, die Welt zu erkunden und zu erobern. Mit einer Person, die sicher an der Seite steht und verlässlich für einen da ist, kommt man mit Rückschlägen und Problemen viel besser zurecht.
  • Wertschätzung füreinander nährt die Beziehung, Kritik belastet die Beziehung und macht den Partner / die Partnerin unattraktiv.
  • Erfüllte Sexualität ist wichtig für eine Partnerschaft (außer beide Partner entscheiden sich dagegen). Sexualität ist oft mit Verunsicherung verbunden. Eine gute Verbindung macht hier vieles leichter bzw. überhaupt erst möglich.
  • Wenn man immer wieder Beziehungen beendet und in den neuen Beziehungen die gleichen Erfahrungen macht, könnte es daran liegen, dass man sich immer wieder ähnliche Partnerinnen / Partner sucht. Das was dabei konstant ist, ist die eigene Person und die Muster, die von einem selbst mitgebracht werden. Dann kann es wertvoll sein, sich mit den eigenen Mustern zu beschäftigen.
  • Nebenbeziehungen / Seitensprünge sind oft eine sehr große Herausforderung für Beziehungen, müssen aber nicht zwangsweise zum Ende der Beziehung führen. Es besteht Potential dafür, die Beziehung wieder ganz neu aufzubauen.
  • Enge Beziehungen zur Partnerin / zum Partner können heilsam sein, bzw. bieten die Chance auf persönliche Entwicklung, wenn beide den Mut haben sich darauf einzulassen.
  • Gewalt in Beziehungen, ob psychisch oder körperlich, ist ein sehr schwerwiegendes Thema. Jeder Mensch hat ein Recht auf Würde und Unversehrtheit. Ohne Ausnahme! Gewalt hat in Beziehungen keinen Platz und zerstört diese. Ich kann nur dazu ermutigen, dass Menschen, die andere Menschen Gewalt antun, oder die, die Gewalt erleiden, in eine Therapie gehen. Hierfür kann ich nur meine Anerkennung aussprechen. In einer Einzel- oder Paartherapiestunde kann gemeinsam geschaut werden, ob eine Paartherapie oder zunächst Einzeltherapien ein guter Weg sein könnten.

Meine Motivation

In meiner persönlichen Geschichte habe ich kennengelernt, welch wesentlichen Einfluss eine Paarbeziehung auf den eigenen Zustand haben kann. Sie kann ein wesentlicher Bestandteil, eine sichere Basis, eine Quelle von Energie und Lebensfreude im eigenen Leben sein. Sie kann aber auch eine sehr große Belastung und sehr kraftraubend sein.

 

Das Interesse für das, was in Paarbeziehungen geschieht, hat mich letztlich zur Psychotherapie geführt. Ich freue mich, dass ich jetzt andere Menschen dabei begleiten kann, ihre Paarbeziehung weiter zu entwickeln.